Wenn’s nicht läuft, dann läuft’s nicht

Seit meinem letzten Beitrag ist jetzt schon einige Zeit vergangen. Der Grund für meine Inaktivität liegt nicht etwa daran, dass es nichts zu berichten gegeben hätte. Das Gegenteil war der Fall! Ich war so viel auf den Skiern, dass ich mich neben der Arbeit nicht mehr zum Schreiben aufraffen konnte. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Daher eben mit ein wenig Verspätung die Berichte zu den Skitourenwettkämpfen Ramskull Trophy, Adamello Skiraid und Super Trophée du Muveran.

Schlechte Vorzeichen schon vor der Abfahrt

Auf die Ramskull Trophy habe ich mich eigentlich richtig gefreut. Die Strecke mit 2 knackigen Anstiegen und der spektakulären Klettersteig-Passage waren vielversprechend. Und nach dem tollen Ergebnis beim Guntenlauf war ich auch ziemlich motiviert. Aber es kam dann anders als geplant.
Los ging es schon in der Nacht vor dem Rennen. Ich hatte dieses Kratzen im Hals/Rachen, mit dem sich bei mir immer eine Erkältung ankündigt. Nach dem Frühstück war davon nichts mehr zu spüren und auch körperlich habe ich mich ganz gut gefühlt. Dem Wettkampf am Abend sollte also nichts im Wege stehen.
Beim Losfahren war ich noch so in Gedanken bei der Ausrüstung (habe ich alles dabei?), dass ich gar nicht bemerkt habe, dass ein Auto auf den Parkplatz gefahren ist. Und prompt bin ich gegen dieses Auto gefahren. Der Schreck war gross, aber passiert ist nichts. Weder mein noch das fremde Auto haben etwas abbekommen. Natürlich habe ich Glück gehabt, aber trotzdem hat mich das zum ersten Mal aus dem Konzept gebracht. Es sollte aber nicht das letzte Mal sein…

Bindung verdreht, Reissverschluss kaputt

Das nächste Malheur dann beim Warmlaufen: aus nicht bekannten Gründen hat sich der Hinterbacken meiner Bindung verdreht. Den kann man zwar wieder zurückdrehen, aber ein mulmiges Gefühl, dass da irgendwas nicht stimmt, bleibt natürlich. Mittlerweile weiss ich, dass das ein bekanntes Problem bei den Dynafit-Bindungen ist und immer mal wieder passieren kann. Eigentlich auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Hinterbacken der verdammt teuren Bindung aus verdammt billigem Plastik ist!
Vor dem Start bin ich dann noch kurz zum Pinkeln gegangen. Vielleicht hätte ich es mir verdrücken sollen, denn beim Zumachen des Reissverschlusses habe ich mir diesen kaputt gemacht. Ergebnis: Hosenstall zumachen nicht mehr möglich. Peinlich, zumal ich unter dem Rennanzug nur die Unterwäsche anhatte. Einziger positiver Nebeneffekt: Aufgeregt war ich jetzt überhaupt nicht mehr und gottfroh, als es endlich losging. Im Wettkampf sollte den anderen Skitourenläufern und vor allem -läuferinnen mein offener Rennanzug nicht mehr auffallen.

Mit den Teammitgliedern vor dem Start. Hier habe ich noch versucht den Hosenstall zuzubekommen – vergebens

Verzweifelter Kampf mit Klettersteigset und Stöcken

Der erste Anstieg ging ganz gut. Nicht so locker wie beim Guntenlauf, aber auch nicht schlecht. Ja, und dann kam der Klettersteig. Also zunächst einmal die Stöcke hinter dem Kopf in den Rennanzug stecken. Wie das theoretisch geht, wusste ich. Aber die Theorie in die Praxis umzusetzen, war die erste Katastrophe. Nach einer Ewigkeit waren sie mehr schlecht als recht an ihrem Platz, sodass ich endlich den Klettersteig in Angriff nehmen konnte.

Irgendwo auf dem Klettersteig. Man sieht schon, dass meine Stöcke sich bald verabschieden 🙁

Und das hiess das Klettersteigset zu benutzen. Das habe ich davor noch nie gemacht. Ich dacht das sollte doch kein Problem für mich sein. Ein bisschen Karabiner ein- und aushängen, mehr ist das doch nicht. Ich will nicht ins Detail gehen, nur so viel: ich habe mich saublöd angestellt und für Stau auf dem Klettersteig gesorgt. Als sich dann auch noch meine Stöcke aus der fragilen Fixierung gelöst und den Abhang hinuntergefallen sind, war klar, dass ich das heute vergessen kann. Kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt einfach aufzuhören, aber das wäre armselig gewesen. Also bin ich den Stöcken hinterhergekraxelt und den restlichen Klettersteig entlang gekrochen. Immerhin habe ich nicht mehr so viel Stau produziert, denn mittlerweile war ich ganz am Ende des Teilnehmerfeldes und hier waren die Teilnehmer auch nicht so fit im Umgang mit dem Klettersteigset 😉
Der letzte Teil des Rennens habe ich dann einfach abgespult und konnte mich immerhin noch auf Rang 8 vorarbeiten. Aber besonders Freude hat es mir natürlich nicht mehr gemacht.
Eins ist sicher: im Sommer werde ich ein paar Mal Klettersteig-Training machen. So eine Blösse will ich mir nicht noch einmal geben.

Kurz vor der finalen Abfahrt. Wie man sieht war ich nicht mehr sehr motiviert.

Übrigens bin ich dann doch noch richtig krank geworden. Aber das war nach diesem Tag nicht anders zu erwarten.

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