Verletzt – mal wieder!

Wer sich fragt, weshalb es in letzter Zeit nicht viel Neues von mir gibt und warum ich beim ersten grossen Wettkampf der Saison – dem Südtirol Ultra Skyrace – nicht am Start war: ich kann nicht laufen, weil ich mal wieder verletzt bin 🙁 . Dieses Mal ist es eine Leistenzerrung bzw. ein Muskelfaserriss, der mich seit mittlerweile einem Monat ausser Gefecht setzt (zumindest was das Laufen betrifft). Los ging es ausgerechnet als mich Clemens vom Trail Magazin in meiner neuen Heimat besucht hat. Ich habe ihm dann voller Überzeugung erzählt, dass ich mit der Art und Weise wie ich den Sport betreibe absolut glücklich und zufrieden bin. Ich war sicher, dass ich auf dem richtigen, meinem Weg war.

Und dann kamen die Schmerzen…

Und plötzlich fängt das ganze Fundament an zu schwanken. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich auf dem richtigen Weg bin, fange an zu grübeln, und wenn ich zurückblicke, scheint es, als ob ich ständig verletzt bin. Genau vor einem Jahr die Schmerzen an den Fussohlen und das DNF beim Swissalpine, im Winter davor das Läuferknie. Und auch schon früher war aufgrund diverser Sehnenentzündungen in regelmässigen Abständen Zwangspause angesagt. Man könnte also auch sagen, dass ich auf dem Holzweg bin…

Ihr seht schon, im Moment sehe ich das Glas eher halb leer als halb voll. Ich versuche zwar den Kopf nicht in den Sand zu stecken und bin sogar sicher, dass der Kopf ein ganz wichtiger Faktor beim Heilungsprozess ist. Aber so einfach ist es halt nicht. Mit jedem Tag, mit jeder Woche, die ich nicht laufen kann, wächst der Frust und nach jedem weiteren abgebrochenen Laufversuch kommt auch Verzweiflung dazu. Dass ich jetzt mitten in den Bergen wohne und das Wetter seit einer Ewigkeit schön ist, macht es auch nicht einfacher.

Wie geht es jetzt weiter? Ich weiss es auch nicht. Ich versuche mich auch weiterhin radelnd fit zu halten und hoffentlich dauert es nicht mehr lange, bis ich einen Lauf nicht abbrechen muss, weil die Schmerzen wieder kommen. Der nächste Lauf auf meiner Agenda wäre der UTMB in 3 Wochen. Die Hoffnung, dass ich eine Wunderheilung erfahre und expressmässig zur alten (Lauf-)Form komme, stirbt zwar zuletzt. Aber im Moment glaube ich nicht, dass es klappt. Bei einem 168 km langem Rennen mit 10’000 hm, das so prestigeträchtig ist, sollte man nur an den Start gehen, wenn man 100% fit ist.

Falls jemand ähnliche Beschwerden hat und ebenfalls frustriert ist: Ich habe leider kein Geheimrezept und weiss nicht, wie man so was schnellstmöglich los wird. Am Ende hilft wohl nur Geduld…

4 Replies to “Verletzt – mal wieder!”

  1. Servus Stephan,

    das ist leider sehr ärgerlich und ich kann mir gut vorstellen wie es dir im Moment geht.
    Du hast es aber richtig erkannt: Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern Luft dran lassen und mit ihm arbeiten.
    Ich habe dich als absolut coolen und erfahrenen Läufer kennengelernt und von daher weiß ich, dass dich die momentane Situation nicht aus der Bahn werfen wird.
    Ich sage immer: Nichts geschieht ohne Grund. Alles passiert, weil es so passieren muss. Oft erkennen wir die wahren Gründe erst später, aber dann wird es um so verständlicher.
    Das mag abgedroschen klingen, aber glaube mir, genau das hat mir schon oft geholfen über das ein oder andere Tal hinweg zu kommen.

    Ich wünsche dir gute Besserung und schnelle Genesung

    Viele Grüße

    Steve

  2. Hab dir schon geschrieben dass ich das gleiche Problem habe, obgleich ein paar Level tiefer. Das mit dem Frust kann ich nachvollziehen … Ich versuche mich für die Saison 2016 mit schönen Trailrunwettbewerben anzufixen. Mental auf die positive Schiene zu begeben. Bei Problemen an der Leiste bist du einfach hilflos und kannst nur hoffen. Ok … Biken im Keller auf der Rolle und draußen mach ich alternativ auch, vermisse aber die einsamen Trails…
    Wünsche dir alles Gute. Gruß Rudi

    • Gegen die Leistenschmerzen selbst kann man nicht viel machen ausser Geduld haben. Da gebe ich dir Recht. Das Wichtigste ist aber den Grund für die Leistenschmerzen zu kennen. Und dagegen kann man schon etwas machen!
      Nochmals Grüsse, Stephan

  3. Pingback: Ein versöhnlicher Rückblick aufs Jahr 2015 – Stephan Hugenschmidt

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