Scenic Trail – ein hartes Stück Arbeit!

Gewitter über dem Tessin

Wie üblich wache ich wenige Minuten, bevor der Wecker klingeln würde auf. Aber heute ist es nicht meine innere Uhr, die mich weckt, sondern das Gewitter, das über dem Tessin tobt. Mist, die Wetterfrösche haben sich also nicht getäuscht. Das Problem ist nicht der sintflutartige Regen, sondern die zahlreichen Blitze, die das noch dunkle Hotelzimmer immer wieder erleuchten. Unter diesen Bedingungen kann der Scenic Trail natürlich nicht gestartet werden. Aber noch ist ja nicht mal 5 Uhr, es bleiben also noch gut 2 Stunden bis zum planmässigen Start. Bis dahin kann sich das Gewitter längst verzogen haben. Also aufstehen und das übliche „Vor-dem-Start-Ritual“ abspulen. Während ich frühstücke vibriert dann mein Handy, eine Nachricht vom Veranstalter: das Rennen wird um eine Stunde verschoben. Sehr gut! Ein kurzer Blick auf das Regenradar und ich bin zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr wieder Wetterglück haben werden.

Gleich geht's los! Bild: Veranstalter

Gleich geht’s los!
Bild: Veranstalter

Es wird mühsam

Und so ist es dann auch: Beim Start um 8 Uhr ist es zwar immer noch usselig, aber das Gewitter hat sich verzogen. Es kann also los gehen. Und wie es los geht! Die Läufer von der Kurzstrecke starten mit den Langstrecklern und dementsprechend flott geht es den ersten Anstieg hoch. Eigentlich könnte man sie ja laufen lassen, aber natürlich versucht man trotzdem zumindest den Sichtkontakt beizubehalten. Und so wird bis zum Ziel der Kurzstrecke bei Kilometer 24 (= Verpflegungsstelle St. Lucio) ziemlich schnell gelaufen. Es ist der junge Roberto, der das Feld der Langstreckler anführt und das Tempo vorgibt. Mir wäre es eigentlich lieber etwas langsamer zu laufen, denn ich fühle mich heute nicht sehr gut. Den Trail Monte Soglio habe ich wohl doch noch nicht ganz verdaut.

Eine der ganz wenigen Abschnitte auf einem Schotterweg. Bild: Veranstalter

Eine der ganz wenigen Abschnitte auf einem Schotterweg.
Bild: Veranstalter

Nach der Verpflegungsstelle geht es erwartungsgemäss etwas gemächlicher zu. Ich nutze die Gelegenheit und übernehme die Führung. Aber es bleibt weiterhin mühsam, ich spule ziemlich emotionslos die Kilometer ab. Mir gelingt es nicht, den Lauf zu geniessen, die gigantische Landschaft um mich herum wahrzunehmen oder die Anfeuerungsrufe an den Verpflegungsstellen zu erwidern. Wenn das immer so wäre, würde ich aufhören Wettkämpfe zu bestreiten. Aber ich bin sicher, dass das heute eine Ausnahme ist.

Aber es lohnt sich!

Und schon beim Zieleinlauf sieht die Welt anders aus. Es ist jedes Mal auf Neue überwältigend, wenn man als erstes die Ziellinie überqueren darf. Und nach einem so harten Wettkampf erst Recht!
Aber nicht nur das Ergebnis stimmt mich versöhnlich. Das Wochenende war auch etwas ganz besonderes, weil ich es mit so vielen Gleichgesinnten und Freunden verbringen durfte!

Bei den Damen gewinnt Katrin Götz vor Helene Ogi und Andrea Huser. Herzlichen Glückwunsch an die schnellen Damen!

Bei der Siegerehrung sind die Strapazen schon vergessen! Bild: Trailblog

Bei der Siegerehrung sind die Strapazen schon vergessen!
Bild: Veranstalter

Hier geht’s zum Move

Hier geht’s zur Internetseite des Veranstalters

Hier geht’s zum ausführlichen Bericht mit tollen Bildern von Carsten Drilling auf Trailblog.de.

2 Replies to “Scenic Trail – ein hartes Stück Arbeit!”

  1. Herzlichen Glückwunsch Stephan und danke für den Bericht und die offenen Worte.

    Auf das es beim nächsten Mal wieder lockerer läuft

    Viele Grüße aus Bad Reichenhall

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.