Madrisa Trail: Erfolgreiche Premiere trotz Unwetter

Erst Corona, dann Unwetter

Auch ohne die coronabedingten Absagen der meisten Wettkämpfe, hätte ich in diesem Jahr nur ein Mal eine Startnummer angezogen: beim Madrisa Trail, meinem „Heimrennen“ im Prättigau. Als Unterstützer der Organisatoren und Mitgestalter der Streckenführung ist es Ehrensache auch selbst an den Start zu gehen. Nach diverser Anpassungen im Vorfeld (zum Teil auch wegen Corona), hatten wir zum Schluss eine wirklich sensationelle Strecke. Viele Höhenmeter, durchaus technisch, aber vor allem mit dem landschaftlich Schönsten, was die Gegend zu bieten hat. Die Organisatoren und ich waren überzeugt damit jeden Teilnehmer begeistern zu können.

So hätte es auf der Originalstrecke ausgesehen…

Aber wie es so ist, zum Schluss kommt es dann doch anders. In diesem Fall war es ein gewaltiges Tief, das genau am Wettkampfwochenende unwetterartige Starkniederschläge und eine drastisch sinkende Schneefallgrenze bringen sollte. Somit wussten wir schnell, dass wir die Läufer unmöglich auf die ursprüngliche Strecke im alpinen Gelände auf bis zu 2700 Metern Höhe würden schicken können. Mit dem anfänglichen Optimismus („vielleicht wird’s ja nicht soo schlimm“) suchten wir zunächst nach Alternativrouten mit ähnlichem Charakter, doch am Tag vor dem Rennen war klar: Es wird höchstens eine sehr, sehr abgespeckte Runde in tieferen Gefilden machbar sein. Natürlich hat mich das enttäuscht. Nicht nur, weil mir das Höhenprofil der Schlechtwetterstrecke nicht liegt, sondern vor allem, weil wir den Teilnehmern gerne das Prättigau von seiner Schokoladenseite gezeigt hätten.

Alles laufbar

Immerhin gibt es beim auf 8:00 Uhr verschobenen Start eine kurze Niederschlagspause und die knapp 200 Starter können zumindest trocken die 47 Kilometer und 2’700 Höhenmeter in Angriff nehmen. Natürlich wissen wir alle, dass es uns früher oder später verregnen würde. Die Niederschlagsprognosen waren da eindeutig. Nach der Aufwärm-Schlaufe, beim Aufstieg nach Schlappin, ist es dann auch schon vorbei mit dem Schonprogramm. Es schüttet wieder wie aus Kübeln. Im Wald geht das noch einigermassen, aber als wir oberhalb der Baumgrenze zum höchsten Punkt des Rennens laufen, wird es ungemütlich. Richtig ungemütlich. Die Wege haben sich in Sturzbäche verwandelt und auch die Temperatur liegt nicht mehr weit über dem Gefrierpunkt. Die Devise lautet jetzt also: Augen zu und durch! Nach dem 2. Verpflegungsposten lässt der Niederschlag zum Glück nach und es kehrt wieder Wärme in meinen Körper  zurück.

Leider ist der bergige und (theoretisch) schöne Teil der Strecke jetzt zu Ende und es liegen noch etliche flache Kilometer auf überwiegend breiten Schotterstrassen vor mir. Ich versuche weiterhin Druck zu machen, aber das höchstens coupierten Gelände macht meinen Beinen zu schaffen. So lange, so flach und so schnell zu laufen bin ich einfach nicht mehr gewohnt. Zum Glück kommt nach der Marathondistanz nochmal ein etwas längerer und vor allem steiler Anstieg. Diesen Rhythmuswechsel brauche ich dringend! Natürlich fangen die Waden danach schnell wieder an zu zwicken, aber bis zum Ziel ist es nicht mehr weit. Es bleibt also dabei: Augen zu und durch!
Selten war ich so erleichtert das Ziel zu erreichen wie jetzt. Regen, Kälte, Matsch, das mittelprächtige Höhenprofil und der Druck bei meinem Heimrennen zu liefern, haben mir ganz schön zu schaffen gemacht.

📸 Johanna Wildmoser

Mein Fazit

Schwerer hätten es die Organisatoren des Madrisa Trail bei der Erstaustragung nicht haben können. Für einmal war nicht die Corona-Pandemie Spielverderber Nr. 1, sondern das Unwetter. Aber Rennchef Beat und seine Helfer haben den widrigen Bedingungen getrotzt, Mut bewiesen und ein top organisiertes Event auf die Beine gestellt. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr, wenn es auf die Originalstrecke geht!

Hier geht’s zum Move (Movescount) und hier zur Aktivität (Strava).

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