Kurz, knackig, technisch: Trail Grigne Sud

Wie bei Wettkämpfen üblich, lagen auch beim Scenictrail Flyer von anderen Rennen aus. Ich schaue mir die immer gerne an, denn oft sind dort vielversprechende, mir unbekannte Wettkämpfe dabei. So auch in diesem Jahr. Eigentlich war nur ein Flyer dabei, der meine Aufmerksamkeit geweckt hat. Dafür aber richtig: Am letzten Septemberwochenende sollte am Comer See die erste Austragung des Trail Grigne Sud stattfinden. 38 Kilometer mit 3’600 Höhenmeter, das ist mal eine Ansage! Schon damals war klar, dass ich bei diesem Rennen an den Start gehen möchte. Kritisch war eigentlich nur der Termin zwei Wochen nach dem Transalpine Run. Das hätte knapp werden können mit der Regeneration.
Nun verlief der TAR ja nicht gerade so, wie ich es erhofft habe. Deshalb war ich schon in Sulden motiviert für diesen Lauf und habe mich noch am selben Wochenende angemeldet. Leider bin ich dann aber richtig krank geworden und habe mich seither nicht richtig fit gefühlt. Zum Comer See wollte ich trotzdem fahren. Viel kaputt machen kann man bei so einem „kurzen“ Rennen ja nicht und ausserdem haben sich meine Beine in den Tagen davor auch wieder besser angefühlt.

Mit Vollgas in den ersten Aufstieg

Beim Start in Mandello del Lario sind dann auch alle Zweifel weg. Ich fühle mich gut und habe richtig Lust auf das Rennen. Mal nicht im Ultra-Modus möglichst kraftsparend laufen, sondern von Anfang an Gas geben – im Idealfall bis im Ziel. Das war mein Plan. Nach kurzem Einlaufen durch den Ort, ging es gleich richtig zur Sache. Ein steiler, technischer 1000-Höhenmeter-Anstieg hinauf zum Aussichtspunkt Zucco Sileccio lässt meinen Puls in die Höhe schnellen. Aber es ist ok, meine Beine spielen mit und ich kann mich schon dort vom Rest des Feldes absetzen. Leider ist es heute neblig und dementsprechend sieht man nicht viel von der Landschaft. Auf dem Weg zum höchsten Punkt, der Rifugio Binetti, müsste die Aussicht auf das Grigne-Gebirge gigantisch sein. Aber auch im Nebel ist die Strecke absolut genial – 100% Trail. Mal super zu laufen, mal sehr technisch. Durch den Nebel ist der Untergrund leicht angefeuchtet, was ihn zum Teil sehr rutschig macht. Gerade bei den Downhills heisst es deshalb konzentriert zu sein.

Rasant hoch und runter: keine Zeit zum Ausruhen

Auch der zweite Anstieg zur Rifugio Elisa hat es in sich! Manche Rampen sind so steil, dass ich meine Hände zu Hilfe nehme. Mittlerweile sind meine Beine nicht mehr ganz so frisch, trotzdem versuche ich nicht locker zu lassen. Anscheinend habe ich schon einen komfortablen Vorsprung, aber das ist mir egal. Schliesslich ist heute „kurz und hart“ das Motto! Ein Gel hilft mir bei einem kleinen Durchhänger nach dem langen zweiten Downhill, der durch zahlreiche kleine Gegenanstiege sehr kräftezehrend ist. Mittlerweile sind auch Läufer der Kurz-Distanz auf der Strecke. Das ist einerseits mühsam, weil man ständig überholen muss. Andererseits feuern mich eigentlich alle lautstark an und das motiviert natürlich ungemein. Auch der letzte Anstieg ist steil und technisch, ebenso wie der Beginn des letzten Downhills. So soll es sein! Ich fühle mich immer noch gut und kann es bis ins Ziel richtig laufen lassen. Meine Freude ist riesig. Aber nicht wegen dem Sieg, sondern weil ich während des ganzen Rennens ein gutes Gefühl hatte und wie gewollt Vollgas laufen konnte.
Die Veranstaltung ist so wie ich es am liebsten habe: klein, unkompliziert, familiär, sehr gut organisiert, aber ohne grosse Tamtam. Genau das Richtige nach einer Woche beim TAR 😉

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