Grossartiges Finale bei der Super Trophee du Muveran

Nur eine Woche nach dem Adamello Skiraid stand das nächste Highlight auf dem Programm: die Super Trophee du Muveran zusammen mit Christoph Moser. Es ist ebenfalls ein „richtiges“ Skitourenrennen mit knapp 3000 Höhenmetern, anspruchsvollen Couilours und rasanten Abfahrten. Das Einzige was nicht so ganz passen wollte, waren die Verhältnisse: Im Gebiet rund um den Grand Muveran war Schnee absolute Mangelware und zu den frühsommerlichen Temperaturen von rund 25°C im Rhonetal hätte ein Traillauf eigentlich viel besser gepasst. Nichtsdestotrotz sollte der Wettkampf auf der Originaldistanz ausgeführt werden. Mit jeder Menge Tragepassagen zwar, aber das fanden wir nicht tragisch. Es trifft ja alle Wettkämpfer.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Bei dem traditionsreichen Rennen (dieses Jahr fand die 70. Auflage statt!) kann man zwischen unterschiedlichen Startzeiten wählen. Wir haben uns für die späteste um 6:00 Uhr entschieden, weil wir so einigermassen lange schlafen konnten und nicht viel in der Dunkelheit laufen mussten. Dass wir so viel Verkehr auf der Strecke haben würden, nahmen wir in Kauf. Ebenso wollten wir die komplette Strecke mit unseren Skischuhen zurücklegen. Es wäre auch erlaubt gewesen die ersten bzw. letzten 4 Kilometer auf aperem Untergrund und Asphalt mit den Laufschuhen zurückzulegen. Beim Start merkten wir, dass wir fast die einzigen waren, die sich so entschieden haben. Aber egal, das mussten wir jetzt so durchziehen. Laut klappernd rannten wir also los und konnten uns trotzdem im vorderen Teil des Feldes einordnen. Als wir dann endlich die Schneegrenze erreichten, hatten die Turnschuh-Läufer das Nachsehen. Denn wir mussten nur in unsere Bindungen einklicken, während sie die Schuhe wechseln mussten. Zumindest ich war ganz froh, dass mir das erspart blieb. Ebenso froh war ich, dass es endlich mit den Skiern weiterging, denn mit den Skischuhen und den Skiern am Rucksack ist es kein Vergnügen zu laufen.

Spektakuläre Anstiege, rasante Abfahrten

Anders als letzte Woche haben Christoph und ich ausgemacht, dass ich vorauslaufe und ihn von Anfang an mit dem Seil ziehe. Das war eine sehr gute Entscheidung, weil sich so automatisch das für beide passende Tempo einstellt. In der normalen Aufstiegsspur war ich so das Zugpferd, aber bei den Tragepassagen wendete sich das Blatt. Christoph ist sehr schnell bei den Wechseln und als gestandener Alpinist auch bei den anspruchsvollen Tragepassagen. Beim spektakulären Couloir Pacheu, wo es 300 Höhenmeter bis zu 45° steil bergauf ging, war dann halt ich der Bremsklotz. Das wussten wir schon im Vorfeld und war für beide kein Problem. Nach der langen Portage folgte eine rasante Abfahrt in Richtung Lac de Derborence. Zuerst durch Pulver, dann über harten Frühlingsschnee und zuletzt über Lawinenkegel und Sulz, bis irgendwann kein Schnee mehr lag. Jetzt hiess es wieder Ski auf den Rücken und weiter zu Fuss. Erst ein Stück bergab bis zur Verpflegung beim Lac de Derborence, dann steil bergauf ins Tal des gleichnamigen Bergbaches. Eigentlich müssten mir als Trailläufer solche Tragepassagen liegen, aber trotzdem finde ich sie sehr mühsam. Die schweren, steifen Skischuhe, der vollgestopfte Rennanzug, der prall gefüllte Rucksack, die aufgebundenen Skier, die Bindung, die mir immer in die Rippen sticht… All das lässt bei mir überhaupt kein Laufgefühl aufkommen. Aber wahrscheinlich können es auch die anderen kaum erwarten, bis sie endlich wieder die Skier anschnallen können.

 

Chris und ich beim letzten Anstieg – ohne Seil

Der zweite Anstieg ist zunächst recht flach, aber nach der Abzweigung der Langstrecke geht es richtig zur Sache. Eine noch steilere Tragepassage über teilweise vereiste Felsen geht es einen Aufschwung hoch. Hier war ich echt froh um die obligatorischen Steigeisen und die vorbildliche Sicherung mit Fixseilen. Auch hier hätte Christoph kein besserer Partner sein können. Er setzte mich nicht unter Druck und half mir bei den kniffligsten Passagen. So habe ich anschliessend gerne wieder gezogen 🙂

Skitour oder Trailrun?

Nach diesem zweiten langen Anstieg war das meiste geschafft. Es folgte eine herrliche Abfahrt zur letzten Verpflegungsstelle, ein weiterer kleiner Anstieg und dann ging es nur noch bergab bis ins Ziel nach Plans sur Bex. Bei besseren Schneeverhältnissen wäre man ruckzuck dort gewesen. Jetzt war es ein recht mühsames Unterfangen. Erst ein ständiger Wechsel zwischen Abfahrten und Tragepassagen bis zu den nächsten Schneeresten. Die letzten Kilometer ging es dann auf der gleichen Strecke wie zu Beginn des Rennens rein laufend ins Ziel. Trotz der zahlreichen Tragepassagen waren wir sehr gut in der Zeit. Christoph hat bei dem Rennen schon 2 Jahre teilgenommen. Damals lag Schnee bis knapp oberhalb vom Plans sur Bex, die Verhältnisse waren also viel besser. Trotzdem schafften wir es die damalige Zeit zu unterbieten. Zwar landeten wir auf dem undankbaren 4. Rang, aber das konnten wir gut verkraften. Wir hatten beide einen guten Tag und vor allem mächtig viel Spass!

Glückliche Finisher

Hier geht’s zum Bericht von Christoph
Hier geht’s zum Move
Hier geht’s zur Internetseite des Veranstalters

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*