7 Churfirsten XL

Ein neues Projekt: die 7 Churfirsten vom Süden

Die 7 Churfirsten am Stück abgelaufen bin ich letztes Jahr schon 2 Mal. Damals bin ich vom Obertoggenburg aus gestartet – Start und Ziel war Alt St. Johann. Jedes Mal, wenn ich auf einem Gipfel stand und den gigantischen Tiefblick hinunter zum Walensee geniessen konnte, kam zwangsweise der Gedanke: eigentlich müsste man die Tour von Süden aus machen – das wäre die „wahre“ Churfirstentour. Schliesslich liegt Alt St. Johann auf 900 m, also rund 500 hm über dem Walensee.
Beim Studieren der Wanderkarte zeigt sich, dass die Tour von Süden nicht nur mehr Kilometer und Höhenmeter haben wird, sondern auch einiges technischer wird. Denn die Übergänge vom Walensee ins Obertoggenburg bzw. umgekehrt sind spärlich und wild. Es gibt nur einen offiziellen Wanderweg: durchs Valsjoch auf den Chäserrugg. Daneben gibt es noch den Übergang bei Paliis Niederi und die Gocht. Beides alpine Wanderwege, die recht steil und ausgesetzt, aber gut markiert sein sollen. Der erste Übergang kommt für die Route nicht in Frage, liegt er doch zwischen Zuestoll und Brisi, also gerade auf halber Strecke. Also ist klar, dass es über die Gocht gehen muss. Die Frage ist nur: Erst über die Gocht ins Obertoggenburg und dann die Churfirsten wie letztes Mal von West nach Ost, oder umgekehrt? Ich entscheide mich für die Variante Ost-West. Hauptgrund: Ich befürchte, dass der brutale Abstieg vom Chäserrugg (1800 innerhalb 6 km) ganz am Ende der Monstertour kein Vergnügen sein wird. Dann lieber die zähen 15 km von der Gocht über Walenstadtberg zurück zum Start- und Zielort Walenstadt.

Auf und ab und auf und ab und…

Um kurz vor 7:00 Uhr geht es los, vor mir die Südwände der Churfirsten. Kaum vorstellbar, dass hier überhaupt ein Weg hochgeht! Aber es ist ja bekannt, dass die Schweizer Meister im Wanderwege anlegen sind. Und der Weg hinauf zum Chäserrugg ist wirklich meisterhaft. Extrem schön, aber halt auch extrem steil. Ich versuche nicht am Anschlag zu laufen, trotzdem bin ich recht bald auf dem Chäserrugg und darf zum ersten Mal die grandiose Aussicht geniessen. Wow, das wird ein genialer Tag heute!
Beim ersten Abstieg vom Hinderrugg bekomme ich einen guten Eindruck von den Wegverhältnissen, die mich erwarten werden. Zwar liegt praktisch kein Schnee mehr, aber die Wege sind trotzdem sehr schmierig. Mittlerweile hält sich die Feuchtigkeit in den schattigen Nordhängen recht hartnäckig.

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Morgenstimmung auf dem Chäserrugg

Über die einzelnen Churfirsten muss ich nicht all zu viel sagen. Da hat sich im Vergleich zum letzten Mal nicht viel getan. Dieses Mal ist das Wetter besser, ich habe geländetaugliche Schuhe an und natürlich habe ich heute ausreichend Verpflegung dabei. So macht es mir heute sehr viel mehr Spass und ich fühle mich auch viel besser! Erst nach dem letzten Gipfel, dem Selun, habe ich einen kleinen Durchhänger. Schliesslich ist es noch ein langer Weg zurück nach Walenstadt und ausserdem sind es bis zur Gocht nochmal 450 hm! Es geht dann doch besser als erwartet und der Übergang zum Walensee ist schneller erreicht als gedacht! Jetzt nur noch der Abstieg durch die steil abfallenden Südwände und dann auf Schotter- und Asphaltstrassen nach Walenstadt rollen.

Gocht – ein anspruchsvolles Finale

So einfach ist es dann doch nicht. Denn der Abstieg von der Gocht ist mit 5500 hm in den Beinen nicht ohne. Es ist extrem steil über loses Geröll. Ich muss ständig aufpassen, dass ich nicht ins Rutschen gerate. Zwar würde man in dem Fall nicht gerade eine senkrechte Wand hinunterfallen, aber unangenehm werden könnte es trotzdem. Ich eire also den Abhang hinunter und bin froh, als ich endlich den breiten Wanderweg erreiche. Falls ich die Tour nochmal machen sollte, werde ich andersherum laufen. Mit frischen Beinen und im Aufstieg ist der Gocht-Weg sicherlich viel angenehmer!
Jetzt ist das Schlimmste aber definitiv vorbei. Zwar sind es bis Walenstadt immer noch 12 Kilometer, aber abgesehen von den protestierenden Oberschenkeln sind die kein Problem mehr. Und so erreiche ich nach 9:12 h den Ausgangspunkt in Walenstadt wieder. Ich blicke zurück auf die (immer noch) fast senkrecht emporragenden Südwände der Churfirsten und denke: Wow, was für ein Tag 🙂

 

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2 Replies to “7 Churfirsten XL”

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